Psychoneuroimmunologie

Psychoneuroimmunologie ist als Teilbereich der Psychosomatik anzusehen.

Es bezeichnet den Zusammenhang  des seelischen Erlebens zwischen dem Immun-, Hormon- und Nervensystem.
Diese Systeme beeinflussen sich gegenseitig, d.h. psychische Prozesse können sich auf körperliche Vorgänge auswirken und körperliche Zustände haben Einfluss auf psychische Zustände.

Das Nervensystem

Es besteht aus Gehirn, Rückenmark und peripherem Nervensystem

Das Gehirn:
  • Hirnstamm- Atmung, Herzschlag- Wachheit, lebenswichtige Körperfunktionen
  • Kleinhirn- motorische Koordination, Gleichgewicht, Bewegung
  • Thalamus- Tor zum Bewusstsein, alle Sinneseindrücke werden aufgenommen, gefiltert und an die Großhirnrinde weitergeleitet.
  • Das limbische System- eine Einheit, die für Gefühle und inneres Gleichgewicht zuständig ist. Es besteht eine Verbindung zum Hormonsystem
  • Das Großhirn-  die oberster Steuerungs- und Informationseinheit. Zuständig für Kognitive und emotionale Funktionen. Wichtig: die neuronale Plastizität ist hier am größten.
Neuronale Plastizität:
    • Die Verschaltung der Neuronen ist nur gering genetisch bestimmt.
    • Sinnesreize und Erfahrungen sorgen für neue Verbindungen
    • Je häufiger und ähnlicher der Input, umso ausgeprägter die Verschaltung.
    Das System ist flexibel, es passt sich den Umweltbedingungen an.
Neurone:
    • Das Nervensystem hat ca. 100 Milliarden Neuronen.

 

    • Sie erhalten, verarbeiten und leiten Informationen weiter.

 

    • Neuronen verbinden  sich zu neuronalen Netzwerken.

 

    • Neuronale Netzwerke verbinden sich mit weiteren Netzwerken.

 

    Je häufiger Neuronen und neuronale Netzwerke aktiviert werden,umso stärker werden sie ausgebaut und umgekehrt.
Elektrische Signale und chemische Botenstoffe

 

    Neurotransmitter – Über Botenstoffe kommunizieren die Nervenzellen miteinander, sie leiten die Impulse von einer Nervenzelle zur anderen Nervenzelle.

Peripheres Nervensystem:

  • Somatisch und motorischer Teil, willkürlich
  • Autonomes Nervensystem (vegetatives Nervensystem) unwillkürlich (Verdauung, Herz…)
  • Sympathikus  - Leistungssteigerung, Adrenalin, Angriffs- und Fluchtverhalten
  • Parasympathikus – Entspannung, langsamer Herzschlag, Erholung

Hormonsystem:

    Das Hormonsystem produziert Hormone (chmische Botenstoffe), die Stoffwechsel, Körperwachstum, Stimmung und Geschlechtsmerkmale regulieren.
Interaktion:
    • Hormone beeinflussen also das Gehirn, und dieses wiederum nimmt Einfluss auf das Hormonsystem.

 

    Die Botenstoffe des Gehirns können wie Hormone wirken und Hormone können wie Botenstoffe wirken. Die Kommunikation ist also perfekt.

Das Immunsystem:

    Es hat die Aufgaben, der körpereigenen Abwehr gegen Bakterien und Viren. Zellen umschließen Bakterien und verdauen diese und andere Zellen können sich bei Bedarf umwandeln und Antikörper bilden
Fazit

 

    Das Nervensystem, das Hormonsystem und das Immunsystem sind also alle miteinander verbunden und kommunizieren über Botenstoffe in beide Richtungen miteinander. Damit beeinflussen sie sich gegenseitig!
Wirkung von Stress:
    Stress ist psychosoziale Belastung: Eine Situation wird über die Sinne wahrgenommen, verarbeitet und mit Erfahrung und Bewertung ähnlicher Eindrücke abgeglichen, es entsteht ein Sinneseindruck, der  als Stress eingestuft wird. Es verschalten sich entsprechende neuronale Netzwerke über die Botenstoffe und der Sympathikus wird aktiv. Der Körper stellt sich auf Flucht und Kampf ein, bekommt entsprechende Botenstoffe, um den Körper zu aktivieren.
    • Es ist unschwer, sich vorzustellen, das

akuter Dauerstress

    • , d.h. eine lange und anhaltende Phase akuter Belastung zu chronischen Gefühlen wie z.B. Angst führen kann. Der Sympathikus ist anhaltend aktiv und fordert das Herz-und Kreislaufsystem ständig zur Aktionsbereitschaft über die Ausschüttung der Botenstoffe auf.

Passiver Stress, in dem immer wieder ähnliche Situationen erlebt werden, die Gefühle wie Insuffizienz, Ausgeliefertsein, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Traurigkeit entwickeln, sprechen das Immunsystem stark an und schwächen es.